Ein statistischer Fehler bei der empfohlenen Tagesdosis (RDA) für Vitamin D hat zu ungenauen Richtlinien mit schwerwiegenden Folgen für die öffentliche Gesundheit geführt.
von Nicolas Hulscher, MPH
Eine im Journal of Preventive Medicine & Public Health veröffentlichte Studie mit dem Titel „Der große Vitamin-D-Fehler“ berichtete Folgendes:
Seit 2006 stagniert die Zahl der Typ-1-Diabetes-Fälle in Finnland, ist dann aber zurückgegangen, nachdem die Behörden beschlossen hatten, Milchprodukte mit Cholecalciferol anzureichern. Vitamin D spielt eine entscheidende Rolle bei der angeborenen und adaptiven Immunität. Kürzlich wurde ein statistischer Fehler bei der Schätzung der empfohlenen Tagesdosis (RDA) für Vitamin D entdeckt; eine korrekte Analyse der vom Institute of Medicine verwendeten Daten ergab, dass 97,5 % der Personen 8.895 IE/Tag brauchten, um Werte von 50 nmol/l und mehr zu erreichen. Eine andere Studie bestätigte, dass 6.201 IE/Tag nötig waren, um 75 nmol/l zu erreichen, und 9.122 IE/Tag, um 100 nmol/l zu erreichen. Die grösste jemals durchgeführte Metaanalyse von zwischen 1966 und 2013 veröffentlichten Studien hat ergeben, dass 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel <75 nmol/l zu niedrig für die Sicherheit sein können und mit einer höheren Gesamtmortalität einhergehen, wodurch die bislang angenommene U-förmige Kurve der mit dem Vitamin-D-Spiegel assoziierten Mortalität widerlegt wird. Da die Gesamtmortalität bei Serum-Vitamin-D-Spiegeln ≥100 nmol/l auf 1,0 reduziert ist, fordern wir die Gesundheitsbehörden auf, mindestens drei Viertel der von der Expertenkommission der Endocrine Society als sichere obere tolerierbare tägliche Aufnahmemenge vorgeschlagenen Werte als empfohlene Tagesdosis festzulegen. Dies könnte zu einer Empfehlung von 1000 IE für Kinder <1 Jahr, die mit angereicherter Säuglingsnahrung gefüttert werden, und 1500 IE für gestillte Kinder über 6 Monate, 3000 IE für Kinder über 1 Jahr und rund 8000 IE für junge Erwachsene und älter führen. Es sind dringend Massnahmen erforderlich, um die Weltbevölkerung vor Vitamin-D-Mangel zu schützen
Lassen Sie uns auf einige der wichtigsten Punkte näher eingehen:
Statistischer Fehler bei der empfohlenen Tagesdosis für Vitamin D
Der statistische Fehler bei der Schätzung der empfohlenen Tagesdosis (RDA) für Vitamin D entstand, weil das Institute of Medicine (IOM) seine eigene statistische Analyse falsch interpretierte. Das IOM schätzte, dass 600 IE/Tag Vitamin D sicherstellen würden, dass 97,5 % der Personen einen Serumspiegel von 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) von 50 nmol/l erreichen. Ihre Berechnung war jedoch falsch, da sie die untere Vorhersagegrenze für Einzelpersonen mit der Untergrenze für Gruppendurchschnitte verwechselten. Eine erneute Analyse von Veugelers und Ekwaru zeigte, dass 600 IE/Tag nur sicherstellen, dass 97,5 % der Studiendurchschnitte (nicht Einzelpersonen) 50 nmol/l überschreiten, während der tatsächliche individuelle Bedarf erheblich variiert. Ihre korrigierte Berechnung ergab, dass 8895 IE/Tag erforderlich waren, um sicherzustellen, dass 97,5 % der Personen den Zielwert erreichen, ein Wert, der erheblich über der Empfehlung des IOM liegt.
Quelle: https://www.thefocalpoints.com/p/maha-must-correct-vitamin-d-rdaspublic